Cathrins Blog

Mein Lauf zu mehr Wohlbefinden

Mittendrin statt nur dabei – Der Firmenlauf

Yippieh – am Montag hat mir der Arzt das OK gegeben, beim Firmenlauf starten zu dürfen. Die Strecke ist mit 5,5 km ja nicht so lang und er hält mich für fit genug, um diese Strecke auch mit „Rose am Gürtel“ zu laufen. Am Vorabend bin ich eine kurze, zwanzig Minuten lange Runde gelaufen, um zu sehen, ob ich mich gut dabei fühle. Alles bestens!

Jetzt freue ich mich doppelt, daß ich laufen kann. Unwichtig dabei ist für mich die Zeit, Hauptsache es fühlt sich gut an.

Rechtzeitig machen Lotte und ich uns auf den Weg und haben dann vor Ort viel Zeit. Beim Umherlaufen treffen wir auf Frank Bussmann, unserem Coach vom Pure Racing Team auf dem Tempelhofer Flugfeld. So hab ich die Gelegenheit, ihn kurz nach der Skater-WM zu fragen. Neunter ist er geworden! Herzlichen Glückwunsch, Frank. Aber wie alles gelaufen ist, das will er mir später mal erzählen. Jetzt will er sich auf den Lauf konzentrieren – er startet natürlich mit Skates.

Beim IKK BB-Firmenlauf ist erstaunlicherweise alles bestens organisiert – ich dachte echt, das bei 17 000 Teilnehmern Chaos herrscht. Aber alles ist entspannt und friedlich, alle wirken freudig erregt. Die Warteschlangen an den Toiletten sind nur kurz vor dem Start lang. Klar, da will jeder noch was los werden.

Typischer Anfängerfehler, erst jetzt aufs Klo zu gehen. Der kluge Läufer geht rechtzeitig zur Toilette und steht dann früher am Start, um von weiter vorne zu starten.

Ich dachte mir. „ich habe es ja nicht so eilig, starte ich eben als eine der letzten“. Und da sehe ich am Start tatsächlich noch Frank Bussmann, wie er schon wieder ins Ziel läuft. Eine halbe Stunde zu warten, bevor es endlich los „läuft“, ist ganz schön ermüdend und macht außerdem durstig. So habe ich schon am Start das Gefühl, ganz schön platt zu sein. Ausserdem muss man sich natürlich an sehr Läufern im wahrsten Sinne des Wortes „vorbeiarbeiten“, wenn man sein schelleres Lauftempo hat. Bei dem Tempo schaffe ich es noch, schnell ein paar Fotos von der Umgebung zu machen, u.a. vom Stelenfeld (Holocaustdenkmal). Aber fürs Gedenken ist heute nur kurz Zeit. Danach muss ich nur noch schauen, wie und wo man irgendwie durchkommt. Lotte hat während meiner Krankheit wohl fleißig trainiert. Und so schlug sie ein schnelleres Tempo an als ich mir vorgestellt habe. Wir konnten während des Laufens nicht mehr reden. Sie fand es gut, ich fand es ganz schön anstrengend so. Aber ich bin ja auch nicht „auf einer Kaffeefahrt“ und da mich außerdem der Durst plagt, will ich auch nur schnell durch. Langsameres Laufen hätte es nicht besser gemacht.

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Als es unterwegs Wasser für alle gibt bin ich mehr als dankbar. Den Streckenlauf kann ich nicht mehr so ganz nachvollziehen. Auch andere höre ich sich fragen, ob es sich hier nicht eher um eine 10 km lange Runde handelt. Doch zum Glück geht es dann wieder Richtung Großer Stern und erleichtert sage ich mir: „Nur noch einmal abbiegen…“. Das Ziel schon vor Augen geben wir nochmal etwas Gas, auch wenn mir bewußt ist, daß dieses letzte kleine Stück länger ist als man denkt.

Dann sind wir da. Doch was ist das? Eine Menschentraube schon 100 m  vor dem Zieleinlauf. Die meisten Laufer scheinen kurz vor uns einzutrudeln und passen nicht alle auf einmal durchs Ziel. Mist! Das ist echt schade. Denn so kann ich nicht erfahren, wie schnell ich wirklich war. Mit den Handy konnte ich meinen Lauf nicht tracken, weil mein Akku leer war und nun das… Klar ist aber, dass wir irgendwo bei 32 Minuten liegen. Super Zeit – ich kann es kaum glauben. Danke für’s Ziehen Lotte!

Dennoch: trotz dieser kleinen Zeileinlaufsmisere es ist eine super Orga. Alle, bis zum letzten Läufer, bekommen Bananen, Wasser und alkoholfreies Bier. Und nach dem ersten kalten Getränk könnte ich glatt noch eine entspannte Runde laufen. Die dann aber doch lieber am See. Für den Moment waren das genügend Menschen für mich – ich brauch erstmal wieder ein ruhigeres Fleckchen.

Glücklich und platt falle ich am Ende des Tages zufrieden ins Bett.

Fazit: Ich weiß noch nicht, ob ich süchtig nach Laufveranstaltungen werde, wie mir mancher prophezeit hat. Aber auf jeden Fall holt man nochmal mehr aus sich raus, wenn man gemeinsam mit so vielen anderen läuft und angefeuert wird. Das macht echt Spaß. Mindestens einmal im Jahr kann man sich so etwas gönnen…

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